Ausflüge in und um Hurghada


Hurghada ist die Hauptstadt des Bezirkes „Red Sea“ und lädt mit über 250 Hotels Urlauber aus aller Welt zum Verweilen ein. Vom 3* Hotel bis zum 5* Luxushotel, das Angebot ist mannigfaltig und wächst stetig. Hurghada erstreckt sich mittlerweile entlang eines relativ schmalen Streifens an der Küste des Roten Meeres auf fast 50 km vom nördlichen bis zum südlichen Ende. Im Norden grenzt Hurghada schon fast an El Gouna, im Süden an den touristisch aufstrebenden Ort Saahl Hashesh. Ca. 40 km weiter im Süden liegt der bekannte Bade- und Urlaubsort Makadi Bay. Noch weiter südlich (ca. 70 km) liegt die Hafenstadt Safaga, die bei Kreuzfahrten am Roten Meer meist als Ausgangspunkt für Tagesausflüge nach Luxor angesteuert wird. Bis in die 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts war Hurghada ein kleines, unbedeutendes Fischerdorf. Erst durch die Entdeckung der Schätze des Roten Meeres durch den deutschen Tauchlehrer Falco Engelhard begann Anfang der 80er Jahre der Aufstieg zum Touristenort.

Durch die fehlende Geschichte gibt es in Hurghada selbst auch nicht viel zu sehen. Aber durch die „relative Nähe“ zu den Geschichtsträchtigen Orten Kairo (Pyramiden von Gizeh) und Luxor (Tal der Könige und den Tempelanlagen von Luxor und Karnak) dient Hurghada als Ausgangspunkt für Tagesausflüge dorthin oder für Nilkreuzfahrten von Luxor nach Assuan. Dass aber in der weiteren Umgebung die ältesten Klöster Ägyptens, wenn nicht der ganzen Welt liegen, ist fast nicht bekannt. Das St. Antonius und St. Pauls Kloster werden vom Katharinenkloster am Sinai zwar von der Bekanntheit bei weiten übertroffen, sind aber ein wirklicher, noch nicht gehobener, Schatz.

Hier ein paar Informationen dazu:

Luxor:

Säulenhalle im Karnak Tempel
Säulenhalle im Karnak Tempel

Luxor liegt ca. 300 km von Hurghada entfernt und ist daher für einen Tagesausflug noch machbar. Luxor, ehemals Theben war in der 18. bis 20. Dynastie (ca. 1.500 bis 500 v. Chr.) die Hauptstadt von Ägypten und Sitz der Pharaonen. Unter den großen Pharaonen Seti I und II, Ramses II und III und der Pharaonin Hatschepsut entstanden in und um Theben zahlreiche imposante Tempel. Der bei uns bekannteste Pharao, Tut Ench Amun, war ein eher kleines Licht, da er nur kurz im Amt war und früh verstarb. Da aber die Geschichte der Suche um sein Grab berühmt wurde und schließlich das Grab ungeöffnet, mit allen Grabbeigaben gefunden wurde, sorgte dies für großes Aufsehen.

 

In Theben Ost, pulsierte das Leben und die hier errichteten Tempel dienten den „Lebenden“, während in Theben West (auf der Westseite des Nils) das Totenreich lag. Hier liegen das Tal der Könige, das Tal der Königinnen und sämtliche Totentempel. Bei einem Ausflug nach Luxor wird meist das Tal der Könige, der Totentempel der Hatschepsut und der Tempel von Karnak besichtigt. Die Gräber im Tal der Könige mit ihren heute noch vielfach bestehenden originalen Bemalungen und Geschichten in Form von Bildern und Hyroglyphen sind wirklich sehenswert. Der gewaltige Tempel von Karnak, dessen Bau immerhin gut 2.000 Jahre dauerte, stellt sicher den Höhepunkt des Ausflugs dar. Er wurde in diesem Zeitraum immer wieder um- und angebaut. Jeder Pharao hinterließ hier „seinen Teil“. Den meiner Meinung nach imposantesten Teil hinterließ Seti I mit der riesigen Säulenhalle (Hypostyl), die erst unter Ramses II fertig gestellt wurde. Auf einer Fläche von 103 Metern Länge und 53 Metern Breite stehen 134 Steinsäulen, die einst das hölzerne Dach des Hypostyls trugen. Im Mittelschiff der Halle sind die Säulen bis zu 24 Meter hoch und 10 Meter im Umfang.

Alternativ kann auch das Tal der Königinnen, der Totentempel von Ramses II (das Ramesseum) oder der Luxor Tempel angefahren werden. Diese Alternativen werden jedoch meist von Gästen besucht, die länger in Luxor bleiben oder die anderen Stätten schon gesehen haben. Im Vergleich zum imposanten Karnak-Tempel ist der Luxor-Tempel wie der Kölner-Dom zu einer Dorfkirche.


Nilkreuzfahrt: Wer sich für pharaonische Geschichte interessiert, der sollte eine Nilkreuzfahrt machen, bei der man alle Tempel entlang des Nils besuchen kann. Edfu, Kom Ombo, Assuan und auch der weiter entfernte Tempel von Abu Simbel wird hier besichtigt. Es gibt diese Nilkreuzfahrten als 3-, 4- oder 7- tägige Reisen, bei denen man den Nil zwischen Luxor und Assuan mit einem Nilkreuzfahrtschiff befährt und an den Tempel entlang der Strecke anhält. Um genügend Zeit zu haben und vor allem um die optimalsten Zeitpunkte für die Besichtigungen zu haben, rate ich von den 3- und 4- tägigen Reisen eher ab.


Kairo:

Museum in Kairo
Museum in Kairo

Kairo liegt ca. 500 km von Hurghada entfernt und ist m.M. nach in einem Tag auf dem Straßenweg nicht mehr machbar. Es gibt aber günstige Inlandsflüge von Hurghada nach Kairo und zurück. Kairo war bis auf wenige Ausnahmen (u.a. Memphis, Theben und Alexandria) immer die Hauptstadt von Ägypten. Im Umkreis von Kairo finden sie die meisten und ältesten Bauwerke, Kultstätten und Überbleibsel der Pharaonenzeit. Kairo ist heute ein „Moloch“ mit rund 20 Millionen Einwohnern und eigentliche eine eigene Reise wert. Hier nur einige der „Anziehungspunkte“ in Kairo.

 

Sakkara: Etwas südlich von Kairo befinden sich die ältesten Pyramiden von Sakkara. Schon am Ende der 2. Dynastie war das riesige Wüstenplateau mit Mastabas verbaut. In der 2. Dynastie wurden die ersten Könige in Sakkara bestattet, weiter südlich. Von deren Grabanlagen sind jedoch nur die unterirdischen Grabkammern erhalten. Mit der Stufenpyramide des Pharao Djoser aus der 3. Dynastie des Alten Reiches um 2650 v. Chr. setzten die Pyramidenbauten ein. Auch Könige der 5. und 6. Dynastie errichteten hier ihre Pyramiden. Neben diesen Pyramiden sind im Alten Reich hier auch viele hohe Würdenträger bestattet worden, da Sakkara die Nekropole der Residenzstadt Memphis war. Die Grabanlagen der folgenden 1. Zwischenzeit sind eher klein, belegen aber eine ununterbrochene Tradition vom Alten Reich. Im Mittleren Reich konzentrierten sich kleine Mastabagräber um die Pyramide von Teti II. und ganz im Süden von Sakkara, wo in der 13. Dynastie auch einige Pyramiden (Chendjer) errichtet worden sind.

 

Die Pyramiden von Gizeh in Ägypten gehören zu den bekanntesten und ältesten erhaltenen Bauwerken der Menschheit. Sie befinden sich am westlichen Rand des Niltals, etwa acht Kilometer südwestlich der Stadt Gizeh (Gîza). Sie sind rund 15 km vom Kairoer Stadtzentrum entfernt und liegen direkt an der Pyramidenstraße (Scharia el-Ahram). Sie sind das einzige erhaltene der sieben Weltwunder der Antike. Seit 1979 zählen die Pyramiden von Gizeh zum Weltkulturerbe. Die Pyramiden entstanden etwa zwischen 2.620 bis 2.500 v. Chr. in der 4. Dynastie. Sie wurden auf einem rund 1000 mal 2000 m großen Kalksteinplateau errichtet, wobei mit dem Bau der Pyramiden Nebenpyramiden, Tempelanlagen, Gräberfelder und Arbeiterdörfer entstanden.

 

Die größte und vermutlich bekannteste Pyramide ist die des Pharao Cheops. Er regierte etwa um 2620 bis 2580 (nach anderer Quelle um 2604 bis 2581) v. Chr. Die Cheops-Pyramide war ursprünglich 146,6 m hoch (heute: 138,75 m), die Seiten sind im Mittel 230,3 m lang und der Rücksprung der Außenverkleidung beträgt 22 Finger (in der Senkrechten) auf eine Elle (in der Waagerechten); das entspricht einem Neigungswinkel von 51°50'40". Sie wurde aus rund 3 Millionen Steinblöcken errichtet, deren durchschnittliches Gewicht je bei 2,5 t liegt, und war komplett mit Kalksteinblöcken verkleidet.

 

Die mittlere der drei Pyramiden ist die des Pharao Chephren. Er regierte von etwa 2558 bis 2532 v. Chr. Die Chephren-Pyramide war ursprünglich 143,5 m hoch (heute: 136,4 m), die Seitenlänge betrug 215,25 m und ihr Rücksprung beträgt 21 Finger auf eine Elle; der Neigungswinkel beträgt somit 53°00'10". Wie auch die Cheops-Pyramide war sie komplett mit Kalksteinplatten verkleidet. Sie wirkt durch ihren etwa 10 m höher gelegenen Standort wegen ihrer nur geringfügig kleineren Größe und Höhe sogar größer als die Cheops-Pyramide, und ihre Spitze ragt über deren Spitze hinaus, weshalb sie von Laien oft für die Cheops-Pyramide gehalten wird. Ein 400 m langer, reliefgeschmückter Aufweg führt vom Taltempel am Sphinxtempel und dem großen Sphinx von Gizeh vorbei bis zum Totentempel und zur Pyramide selbst. Nördlich des Taltempels und des Aufweges des Chephren befindet sich die 73 m lange Skulptur des Sphinx, die aus dem anstehenden Fels gehauen wurde. Der Kopf des Sphinx wird von einem Königskopftuch mit Uräus-Schlange bedeckt; die Traumstele des Thutmosis IV. hält sie in ihren Vorderpranken.

 

Das Ägyptische Museum in Kairo ist das weltweit größte Museum für altägyptische Kunst. Es enthält Werke aus verschiedenen Epochen der altägyptischen Kulturgeschichte: Frühgeschichte, Thinitenzeit, Altes Reich, Mittleres Reich, Neues Reich, Dritte Zwischenzeit und Spätzeit sowie Griechisch-Römische Zeit. Es liegt am Al-Tahrir-Platz in der Innenstadt von Kairo und wurde 1900 nach Plänen des französischen Architekten Marcel Dourgnon im neoklassischen Stil erbaut. Nach der Eröffnung 1902 waren im Ägyptischen Museum ca. 50.000 Ausstellungsstücke zu sehen. Mit mehr als 150.000 Artefakten beherbergt es heute die größte Sammlung altägyptischer Kunst weltweit. Die Ausstellung erstreckt sich über zwei Stockwerke mit über 100 Sälen. Im Erdgeschoss sind die Objekte nach den Epochen chronologisch geordnet, das heißt von der Prädynastik bis hin zur Griechisch-römischen Zeit sowie Funde aus nubischen Gräbern. Einen Sonderbereich innerhalb des Ausstellungsbereichs zum Neuen Reich nimmt die sogenannte Amarna-Gallery ein. Im 1. Obergeschoss befinden sich die Objekte, die ungestört oder nahezu ungestört aufgefunden wurden. Hier sind Fundstücke aus dem Grabschatz des Tutanchamun, Modell-Bote, Königsmumien, die Grabbeigaben von Juja und Tuja, die Mumienportraits aus dem Fayyum sowie Ostraka und Papyri ausgestellt. Durch die enorme Größe dieses Museums kann man hier Tage verbringen.

 

Bei einem Tagesausflug werden meistens am Vormittag kurz die Pyramiden besichtigt und am Nachmittag ein kurzer Besuch des Museums gemacht. Die meiste Zeit des (sehr langen) Tages verbringt man im Bus.

Meine Meinung zu diesen Ausflügen:

 

Diese zusätzlich angebotenen Ausflüge der Reiseveranstalter nutzen sehr viele Gäste zu einem Tagesausflug nach Luxor oder Kairo. Pyramiden, Tal der Könige, Karnak und Luxor Tempel leuchten ihnen von Hochglanzprospekten entgegen oder werden viel versprechend vom Reiseleiter angepriesen. Gerade in der jetzigen Zeit wird von den Reiseleitern auch sehr häufig argumentiert, dass sie nur auf Ausflügen vom Hotel aus sicher sind, das ist alles Blödsinn und dient nur der „Verkaufsmasche“.

 

Doch die meisten Gäste sind dann schwer enttäuscht von diesen Ausflügen und Vielfach auch von Ägypten als Urlaubsland. Auch wenn die Einladungen zu diesen Ausflüge toll wirken - in diesem Fall ist "Geiz nicht wirklich Geil". Darum rate ich allen Gästen von solchen Massenausflügen immer wieder ab.

 

Was sind nun die Hauptgründe dafür:

 

Die Gruppengröße: die Anzahl der Teilnehmer ist viel zu hoch! Es geht irrsinnig viel Zeit verloren, das beginnt schon in der Früh beim "Einsammeln" durch das Anfahren vieler unterschiedlicher Hotels, setzt sich fort beim langsameren Ablauf während der Besichtigungen und steigert sich beim Einsteigen in den Bus. Bei jedem Tempel ist im Ein- und Ausgangsbereich ein "Ramschmarkt", der normalerweise flott durchgegangen wird, aber bei 50 Teilnehmer bleiben immer wieder einige "hängen". Das kann dann gleich mal 30 Minuten dauern.
Die "Werbeverkaufsveranstaltungen": auf diesen Ausflügen werden sie in verschiedenste "Fabriken" gebracht, mit dem Ziel, etwas zu kaufen. Ob sie wollen oder nicht, sie entkommen diesen Werbeverkaufsveranstaltungen nicht! Auch der Reiseleiter übt auf seine "Gäste" Druck aus doch etwas "Günstiges" zu kaufen, da er mindestens 10% des Verkaufswertes Provision bekommt. In den meisten Fällen sind diese "Schnäppchen" aber unecht und überteuert.
Der Zeitdruck: diese verlorenen Zeiten gehen natürlich bei den Besichtigungen ab und so kommt es zu einem enormen Zeitdruck. Da die Zeiten (z.B. fürs Essen) vorgegeben sind werden die Zeiten der Besichtigungen angepasst, d.h. in der Regel, sie werden einfach von einem Führer durchgeschleust ohne richtig Zeit zu haben die Attraktionen richtig wirken zu lassen, geschweige denn richtige Fotomotive suchen zu können.
"Man sieht NICHTS": sie können dann zwar sagen, sie waren in Luxor oder in Kairo, aber gesehen haben sie alles nur oberflächlich. Ein Tagesausflug nach Kairo mit 2 Stunden Besichtigung der Pyramiden oder des Museums ist Nichts - da bekommen sie im Fernsehen einen besseren Einblick!

 

Mein Tipp: Es gibt auch noch die kleineren Reiseveranstalter, die derartige Ausflüge in Kleingruppen durchführen. Jeder ehrliche, nicht nur auf Kommerz ausgerichtete, Veranstalter berät sie bzgl. ihres gewünschten Ausfluges und sagt ihnen die Nachteile. Diese Privatausflüge sind zwar bis zu einer gewissen Gruppengröße (meist 8 Teilnehmer) teurer aber sie können den Ausflug richtig genießen. Sollten sie jetzt Gusto auf einen Ausflug bekommen haben, können sie mich ruhig kontaktieren. Einige Ziele wie Luxor oder die Klöster am Roten Meer fahre ich mit ihnen persönlich, für alle anderen Ziele kenne ich hier wirklich seriöse Anbieter.


Die Klöster am Roten Meer

Das St. Antonius Kloster: Der heilige Antonius (auch der Große genannt), gilt als Begründer des Mönchtums. Er lebte von 251 -356 nach Chr.. Mit ca. 19 Jahren, zog er sich in eine rund 680 m hoch gelegene Höhle in die Einsamkeit zurück, in der er bis zu seinem Tode blieb. Er empfing keine Besucher und verbot sogar seinen Anhängern, sich in der Nähe der Höhle aufzuhalten. So verharrten diese am Fuße des Berges gründeten unterhalb der Felswand nicht lange nach dessen Tod das Kloster. Die Klosteranlage umfasst heute ca. 60.000m² und wird von einer über 10 m hohen Mauer umschlossen. Durch seine besonders geschützte Lage blieb es lange vor feindlichen Angriffen verschont. Erst im 8. und 9. Jh. durch Beduinen und im 11. Jh. durch Araber wurde es für einige Zeit erobert. Zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert erlebte das Kloster eine regelrechte Blütezeit. Es wurde restauriert und erweitert. Dann fielen mohammedanische Plünderer über das Kloster her und die Mönche mussten abermals fliehen. Auch danach wurde es wieder restauriert, auf- und ausgebaut. Zusätzlich ließen sich Mönche aus nahe gelegenen Klöstern aus Sicherheitsgründen hier nieder. Der Zugang war damals nur über eine Winde möglich. Entschied man, dass dem Besucher Einlass gewährt werden sollte, ließ man ein Brett runter, auf das er steigen konnte und das dann nach oben gezogen wurde. Der Turm mit der Winde steht und funktioniert heute noch. Heute gibt es ein richtiges Tor über das man das Kloster betreten kann. Derzeit leben ca. 100 Mönche und etwa 150 bis 200 „Aussteiger“ und Arbeiter im Kloster, die für „Unterkunft und Verpflegung“ ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Sehenswert ist die etwas oberhalb des Hauptklosters gelegene, in den Felsen geschlagene, Kreuzkirche, die nach rund 7 jähriger Bauzeit etwa 2011 eröffnet wurde. Ein paar Meter entfernt beginnt die Treppe zum Aufstieg zur Höhle. Mehr als 1.200 Stufen, die meisten in praller Sonne gelegen sind und eine Höhendifferenz von ca. 700 m müssen bezwungen werden um dort hin zugelangen. Manche Pilger tun sich zwar diesen schweißtreibenden Marsch an, doch kann ich davon nur abraten. Man sieht nur eine kleine Öffnung aus derer es fürchterlich stinkt. Für ein Betreten der Höhle ist eine Atemmaske unbedingt erforderlich.

 

Das St. Paulus Kloster: Paulus von Theben, den man auch Paulus den Einsiedler nennt lebte hier ebenfalls als Eremit. Er wurde als Sohn wohlhabender Eltern in Alexandria geboren, zog sich aber nach Erbstreitigkeiten mit seinem Bruder, einer Eingebung folgend, in die Einsamkeit zurück. Nur mit Palmblättern bekleidet, verbrachte er in der Höhle gute 80 Jahre. Angeblich hat er pro Tag nie mehr als ein halbes Brot zu sich genommen haben, das ihm ein Rabe brachte. Die Klosteranlage des St. Paulus aus dem 5. Jh.liegt am Ende eines etwas unzugänglichen Tales. Genau wie das Antonius Kloster, wurde auch dieses Kloster immer wieder Ziel von Angriffen von Beduinen und Plünderern. Zeitweise wurde es sogar ganz aufgegeben. Mönche aus dem benachbarten Antonius Kloster waren es, die dieses Kloster neu besiedelten. Im Kloster befinden sich einige Räume, die angeschaut werden dürfen, wie z. B. das Refektorium, in dem sich ein langer gemauerter Tisch befindet und auf dem Utensilien des Täglichen Bedarfs stehen. Hier trafen sich die Mönche um gemeinsam zu essen und aus dem Leben der Wüstenväter vorzulesen.


Sehenswürdigkeiten in Hurghada

In Hurghada:

 

Ich kann jedem Gast nur raten, die Stadt auf „eigenen Wegen“ zu erkunden. Sollten sie sich das alleine nicht zutrauen, mache ich auch persönlich diese Rundgänge.

 

Für Erkunder bzw. Gäste die gerne hinter die Kulissen schauen:

 

Es gibt sie, die Ecken wo auch Hurghada noch ägyptisch ist. Verlassen sie die touristischen Trampelpfade und tauchen sie in das „ursprüngliche Hurghada“ ein. Dies beginnt schon bei der Fahrt mit den Minibussen, wo sie mit zig Ägyptern beisammensitzen. Sie werden erstaunt sein, wie viele Ägypter ein oder mehrere Handys (hier mobiles genannt) besitzen. Sie werden auf dieser Fahrt die Mentalität der Ägypter relativ schnell kennen lernen, das laute Organ (vor allem beim telefonieren) und ihre Freundlichkeit. Fahren sie nach Dahar auf den Souq, den einheimischen Markt und tauchen sie ein in das orientalische Flair. Erleben sie Einkaufspraktiken, die es bei uns das letzte mal vor zig Jahren gegeben hat. Offenes Waschpulver, das nach Gramm gekauft wird, daneben frischestes Obst, in Tüchern geschützte Rinderhälften und lebende Kleintiere wie Hasen, Hühner, Tauben usw. – frischer geht’s nimmer! Schauen sie sich das „Gewusel“ am Dahar Square, einen der größten Verkehrsknotenpunkte Hurghadas an und gehen sie auch in die Nebenstrassen. Das ist vollkommen ungefährlich, bietet ihnen aber einen ersten Einblick, warum Ägypten nach wie vor ein „Dritte Welt Land“ ist. Erkunden sie Hurghada selbst und vergessen sie die Stadtrundfahrten, die ihnen im Hotel angeboten werden.

Für Gäste die auch etwas außer dem Hotel sehen möchten:

 

Diese vollkommen überteuerten Busausflüge zeigen ihnen nur die relativ spärlichen Highlights von Hurghada um sie dann in ein Shopping Center zu bringen, bei dem der Reiseveranstalter 10% Kommission verdient. Nehmen sie sich ein Taxi (oder noch besser einen Fahrservice) und erkunden sie diese Punkte selbst. Im Wesentlichen werden bei diesen Touren diese Stätten angefahren: die St. Shenouda Kathedrale, die koptische Kathedrale in Dahar, die alte Abdel Moneim Riad Moschee fast daneben, die riesige und neue, erst 2012 fertig gestellte El Miniya Moschee in Sekalla und die New Marina, der neue Hafen in Sekalla. Gerade zwischen der Moschee und der New Marina befindet sich aber etwas Sehenswertes: der Fischmarkt! Erkunden sie diesen zu Fuß, das ist wirklich ein Erlebnis!

Die St. Shenouda Kathedrale: ca. 10% der Ägypter sind Christen, die meisten ägyptischen Christen sind Kopten die mehrheitlich der Koptisch-Orthodoxen Kirche von Alexandria, der größten christlichen Gemeinschaft im Nahen- und Mittleren Osten angehören.  Koptische Kirchen gibt es in allen größeren Städten und sie prägen die Stadtbilder fast so wie die islamischen Moscheen. Diese Kathedrale wurde erst 2011 eröffnet und ersetzt die kleine „Kirche“ gegenüber. Eigentlich ist diese nur ein großer Raum in einem Keller eines Hauses. Sie reichte der wachsenden koptischen Gemeinde in Hurghada schließlich nicht mehr aus. Diese besteht noch und kann auch besichtigt werden. Die Kathedrale wird von einer Mauer umgeben und der Eingang wird von Polizisten bewacht. Dies hat aber keinen aggressiven Hintergrund, sondern dient dem Schutz der koptischen Minderheit nachdem im Rahmen der Amtszeit der Moslembrüder unter Präsident Morsi in Kairo Angriffe auf koptische Einrichtungen stattgefunden haben. Die Kathedrale und vor allem die bunten Glasfenster im Altarbereich sind wirklich sehenswert. Im Außenbereich der Kathedrale finden sie auch einige Läden, unter anderem ein Geschäft, dass Schweinefleisch, Schinken und Mortadella verkauft.

 

Die Abdel Moneim Riad Moschee war jahrelang die größte Moschee und das Wahrzeichen Hurghadas und steht nur ca. 200 Meter entfernt von der koptischen Kathedrale. Das friedliche Miteinander der Religionen war jahrelang das Markenzeichen der Präsidentschaft von Mubarak. Erst im Zuge des arabischen Frühlings gewann die unter Mubarak verbotene Moslimbruderschaft wieder an Einfluss und Macht. Die ersten Wahlen nach dem Sturz Mubaraks wurden auch von den Moslembrüdern unter Morsi gewonnen. Zu dieser Zeit begannen die ersten Angriffe von radikalen Moslems auf Kopten in Kairo. Erst mit dem Sturz von Morsi und dem Erneuten Verbot der Moslembrüder unter dem neuen Präsidenten Al Sisi lenkte sich diese Situation wieder ein.

 

Die El Miniya Moschee wurde nach langer Bauzeit erst 2012 fertig gestellt und ist das neue Wahrzeichen von Hurghada. Ihre hoch über Sekalla ragenden Minarette dominieren das Bild dieses schönen Beispiels moderner arabischer Baukunst. Da diese Moschee direkt am Ufer gebaut wurde ist sie auch vom Meer aus zu sehen und durch ihre Beleuchtung vor allem am Abend sehr imposant. Beide Moscheen können außerhalb der Gebetsstunden besucht werden. In der Regel ist dies bis 17 Uhr möglich, während des Ramadan kann das aber abweichen. Frauen können / müssen sich eine Galabeya mit Tuch am Eingang ausleihen (5 LE), um ihre Haare, Arme und Beine zu bedecken.

 

Ein paar Schritte daneben liegt der neue Yachthafen, die „New Marina“. Diese relativ neu gebaute Flaniermeile ist einer der exklusivsten Orte Hurghadas aber auch das Mekka für Nachtschwärmer. Von gemütlichen Restaurants bis zum urigen Pub und den modernsten Discos ist hier alles vertreten. Dazu mit einem wunderschönen Ausblick und Ambiente. Tagsüber fast verschlafen erwacht erst am Abend hier das Leben. Wenn sie internationale kulinarische Leckerbissen oder ein leckeres Kamelsteak suchen, hier finden sie es garantiert. Egal ob sie nach dem Essen gemütlich chillen und abhängen wollen oder die soeben genossene Kalorien wieder abtanzen wollen – sie finden hier garantiert das richtige Lokal.  Ein Besuch der Marina gehört fast zum Pflichtprogramm eines Hurghadaurlaubes.

 

Zwischen der Moschee und der Marina befinden sich der Fischmarkt und etliche Restaurants die mit frischen Fisch bzw. Meeresfrüchten werben. Aus persönlicher Erfahrung kann ich diese nicht empfehlen. Es gibt wirklich bessere Restaurants wie z.B. das „El Mina“ in einer der Nebenstrassen oder auch das „Starfish“ auf der Hauptstrasse, der „Sheraton Road“. Die Sheraton Road ist auch die Einkaufsstrasse des Stadtteiles Sekalla. Sie durchzieht den relativ schmalen Stadtteil vom Norden nach Süden und ist ca. 1 km lang. Auch hier finden sie viele Geschäfte und Restaurants, die zwar günstiger als in der Marina aber sicher nicht schlechter sind. Auch Restaurants der Fastfoodketten wie Mc Donalds, Burgerking oder KFC sind hier angesiedelt.

 

Nähere Infos und Tipps gibt’s auf der Seite „Essen und Trinken“.


Sonstige Ausflüge in und um Hurghada

Bootstouren: Alle Ausflüge die am Roten Meer stattfinden, stehen im Baustein „Sport und Freizeit“. Diese werden dort ausführlich beschrieben.

 

Halbtagesausflüge:

 

Quadtouren in die Wüste: auch hier gibt es eine Vielzahl von Angeboten und Veranstaltern. Von reinen „Spaß am Fahren“ bis zu Halbtagestouren mit Essen und Besuch eines „original Nomadendorfes“ gibt es hier alles. Sie können sich hier für Touren am Vormittag oder am Nachmittag entscheiden. Sie werden mit Bussen zum Ausgangspunkt ca. 20 km südlich von Hurghada gefahren und starten von dort ihren Trip. Nach der „Einkleidung“ = Gesichtsverhüllung geht es zum Verteilen der Fahrzeuge und zu ersten Proberunden um das Umgehen mit dem Quad kennen zu lernen. Dann geht es ab in die Wüste, je nach Größe der Gruppe mit 2 bis 3 Guides. Diese teilen die Gruppe, je nach Fahrkönnen in Untergruppen ein und achten Penibel darauf, dass sich jeder an die Regeln hält. Nach ca. 1,5 Std. kommen sie zu einem Rastplatz, dem „urigen Nomadendorf“. Hier wird ihnen zuerst Tee serviert und dann die Möglichkeit auf einem Kamel zu reiten bzw. einen Schlangenzoo zu sehen, der aber wirklich nicht lohnt. Danach geht es retour und wieder angekommen am Ausgangspunkt gibt es dann noch das Essen.

 

Einige Anmerkungen zu diesen Touren: der Ausgangspunkt ist immer derselbe, egal bei welchem Veranstalter sie buchen. Das „urige Nomadendorf“ gibt es nicht. Die „Nomaden“ arbeiten für die ausführende Firma und spielen ihnen das Leben im Dorf nur vor. Beim Teetrinken und Kamelreiten dürfen sie dann noch etwas Trinkgeld für die armen Bewohner spenden, die von diesem Geld natürlich (fast) nichts sehen. Wenn sie nur Quadfahren wollen, gibt es bei einigen Individuellveranstaltern auch die Möglichkeit, einen Privatguide zu mieten, der mit ihnen bzw. angepasst an ihr Fahrkönnen, den Weg abfährt.

 

Ghost City: Ghost City liegt ca. 45 km südlich von Hurghada in Richtung Safaga. Diese Touren werden hauptsächlich als Halbtagestour mit Jeeps oder Quad angeboten. Expeditionen nach Um el Huwaytat findet man im Allgemeinen jedoch nicht im Programm großer Reiseveranstalter. Vielmehr werden die Touren von kleinen lokalen Anbietern organisiert, die nicht selten Nachfahren der später umgesiedelten Familien sind. Die eher privaten Trips, die meist in kleine Gruppen und zu unterschiedlichen thematischen Programmpunkten stattfinden, werden von Einheimischen geführt.

Wer eine Reise in die Vergangenheit unternehmen, dem Charme der Ruinen alter Häuser begegnen und den Geist vergangener Zeiten atmen möchte, der sollte sich einen Besuch von Ghost City nicht entgehen lassen. Einer Filmkulisse gleich scheint die Zeit in dieser Stadt stillzustehen. Einst lebten in Um el Huwaytat die Mitarbeiter der umliegenden Phosphatminen mit ihren Familien, so dass neben den ehemaligen Wohnhäusern und Verwaltungsgebäuden auch ein Krankenhaus, diverse Schulgebäude und natürlich eine Moschee zu bestaunen sind.

 

Sand City: liegt auf dem Weg zur Senzo Mall, im südlichen Teil von Hurghada. Hier wurden ca. 60 Sandskulpturen mit tlw. 10 Meter Höhe gestaltet. Diesen Ausflug brauchen sie nicht buchen, sie können jederzeit mit dem Taxi dorthin fahren. Der Eintritt ist allerdings nicht billig, 110 Pfund, dzt. etwa 11 Euro.

 

Dolphin World Makadi: Dieses Delfinarium war vom Beginn an sehr umstritten. Die Delfine seien bei ihrem ursprünglichen Import am 22.01.2011 über 17 Stunden am Flughafen in Hurghada festgehalten worden, weil die erforderlichen CITIS-Papiere der Delfine nicht vorgelegt werden konnten. Nach dieser Horrorzeit für die Delfine erbrachte plötzlich ein Teilhaber die erforderlichen Papiere für die Behörde. Die plötzliche Erstellung der Papiere ist sehr fragwürdig. Angeblich waren demnach sämtliche Delfine in Gefangenschaft geboren und benötigten nun kein CITIS-Zertifikat mehr. Bereits am 25. April 2011 verstarb der erste Delfin. Der zweite Delfin verstarb am 08. Mai 2011. Die Tiere werden in viel zu kleinen und zu seichten Becken gehalten. Daher haben die Tiere viele Narben und verbrannte Stellen von Sonnenbränden.

Obwohl aufgrund von Boykottandrohungen immer weniger Veranstalter diese Touren anbieten, gibt es noch immer welche. Bitte buchen sie keinen Ausflug dorthin! Unterstützen sie den weltweiten Boykott dieser verabscheuungswürdigen Tierhaltung!