Rund ums Hotel


Sicherheit:

Vorwort: Das Thema Sicherheit in Ägypten kann man nicht landesweit bzw. thematisch vereinheitlichen. Aufgrund der Grösse und Struktur von Ägypten ist dies nicht machbar. Ich möchte hier auch keine Sicherheitsregeln geben, keine Warnung und auch keine Entwarnung, da ich in keinster Weise über solche Befugnisse verfüge und das lieber den Sachverständigen in den diversen Aussenämtern überlasse. Bitte lesen sie hierzu die Verfügung des zuständigen Ministeriums ihres Landes, aber bitte nicht irgendwelche Ratschläge von Medien. Mein Ziel zu diesem Thema ist lediglich ihnen einen Eindruck und ein paar Tipps zum Thema Sicherheit in Hurghada zu geben. Diese beruhen auf rein subjektiver Basis und persönlicher Erfahrungen, sind sicher nicht vollständig und sicher nicht vor Gericht anerkannt.

Kriminalität: Obwohl der Glaube des Islam Kriminalität verbietet, gibt es auch diese hier in Hurghada. Meist beschränkt sich diese aber auf die Kleinkriminalität bzw. auf "Tricksereien" und "Abzocken" der "reichen Touristen". Wirklich harte Fälle wie Mord gibt es natürlich auch hier, aber das sie als Tourist davon betroffen werden, ist sehr gering. Seit ich hier bin wurde erst eine mir persönlich bekannte Person ermordet. Ja, das war ein Schock aber die Hintergründe lagen im Drogenmilieu, in das er früher einmal verwickelt war. "Tricksereien" und "Abzocke" von Touristen gelten hier aber als "Salonfähig", ähnlich wie bei uns Steuerhinterziehung. Das sie nicht Opfer von solchen Fällen werden, dazu möchte ich ihnen ein paar Tipps geben. Da die "Täter" immer einen Schritt voraus sind, wird diese Liste im Laufe der Zeit wahrscheinlich immer wieder ergänzt werden müssen.


Die Trickserein am Flughafen und die kleinen Gaunereien und Abzocken der Taxifahrer beschreibe ich in den dazugehörigen Kapiteln, hier kommen nur die generellen Tricks rein.

Zigarettenkauf: Eigentlich kein Trick, aber trotzdem immer wieder ein Ärgernis ist das Thema Zigaretten. Zigaretten sind zwar um einiges billiger wie in der EU aber geschenkt bekommt man sie auch hier nicht mehr. Für gängige und vielgerauchte Zigaretten müssen sie schon zwischen 2 und 2,50 Euro pro Packung in den Shops rechnen. Bei Strassenhändlern bekommen sie diese auch weit billiger aber hüten sie sich davor! Diese Zigaretten kommen illegal aus China, bestehen meist nicht aus Tabak sondern aus Mist und schmecken auch so. Originale Zigaretten erkennt man am Aufdruck auf der Packung (das "abscheuliche und angeblich abschreckende Bildchen") und auf der Banderole. Wenn sie eine ganze Stange Zigaretten kaufen, schauen sie auch in die Stange - es kommt öfter vor, dass Aussen die "abscheulichen Bilder" drauf sind und auf den Packungen nicht. Jede Ausrede des Verkäufers, z.B. "das machen wir absichtlich, damit sie die schrecklichen Fotos nicht angucken müssen", sind nur Vorwand - lassen sie die Finger von diesen Zigaretten. Auch bei Aussagen wie "das sind Duty-Free Zigaretten, die haben das nicht" sollten sie extrem vorsichtig sein.

Abhilfe: Kaufen sie Zigaretten nur in öffentlichen Shops und niemals bei Strassenhändlern. Seien sie misstrauisch, wenn ihnen jemand erzählt, er könne "speziell für sie" eine Stange Marlboro um 5 Euro besorgen - das ist auf legalen Wegen unmöglich!

Der Münzentrick:

Der Trick: Die 2 Euro Münze und die 1 Pfund Münze sehen sich sehr ähnlich, sind bis auf einen Millimeter gleich gross und fast gleich schwer. Diese beiden Münzen sind so verwechselbar, dass sie sogar in Europa bei manchen Automaten und Banken als Euro angenommen werden. Da viele Gäste solche Euro Münzen als Trinkgeld geben, diese aber von Banken nicht getauscht werden, versuchen die Hotelangestellten diese bei anderen Gästen in Euro Scheine zu tauschen. So sprechen die armen Kerle dann alle möglichen Gäste an, ihnen einen Stapel von zehn 2 Euromünzen in einen Schein zu tauschen. Dieses Ritual ging natürlich an den "Kleinkriminellen" nicht vorbei, sie machen jetzt dasselbe, aber nur halt ausserhalb der Hotels. Wäre ja nicht illegal, aber meist sind zwischen dem ersten und letztem Euro Pfundmünzen dazwischen. Im spärlichen Licht der Strassenbeleuchtung fällt ihnen das erstmal nicht auf, erst später bemerken sie den Betrug. Sie haben statt 20 Euro nur 4 Euro und ein paar für sie nutzlose Pfund eingetauscht.

Abhilfe: ausserhalb des Hotels keine Münzrollen tauschen, wenn schon, jede Münze gut anschauen. Langfristig: Trinkgelder in Pfund geben.

Der Verkehr in Hurghada:

Der Verkehr in Ägypten bzw. Hurghada erscheint im ersten Moment als chaotisch. In vielen Bereichen ist er es auch. Es gibt hier zwar Führerscheine aber Fahrschulen werden sie vergeblich suchen. Zum Bestehen der Führerscheinprüfung reicht meist schon ein Abschlusszeugnis der Schule, ein paar Fragen richtig beantworten und hundert Meter geradeaus fahren. Wem auch das zu aufwendig ist der lässt sich bei der Prüfung einfach vertreten, zahlt etwas Bakschisch und hat am Abend den „Lappen“. Nur bei Touristen oder generell Ausländern sind sie heikel, der EU-Führerschein gilt nur ca. ein Monat ab Einreise ansonsten braucht man einen Internationalen FS oder man besorgt sich einen ägyptischen FS.

 

Einige wirkliche Gefahrenpotentiale möchte ich hier erwähnen:

  • Es gilt hier das ungeschriebene Gesetz des Stärkeren. Als Fußgänger sind sie in der Reihenfolge weit hinten! Beachten sie beim Überqueren der Strassen (auch beim Überqueren von Seitenstrassen) bitte folgendes: Achten sie vor dem Betreten der Fahrbahn genauestens auf den Verkehr, am besten in beiden Richtungen. Ägypter fahren gerne nebeneinander, da es kein Rechtsfahrgebot gibt. Um weitere Umwege zu vermeiden werden auch Einbahnstrassen in die entgegengesetzte Richtung befahren. Wenn sie jemand anhupt oder mit der Lichthupe ein Zeichen gibt, ist das eine Warnung und nicht wie bei uns eine Einladung, die Strasse zu überqueren! Es gibt zwar auch rücksichtsvolle Fahrer die dies tun, aber das heißt nicht, dass der neben oder hinter ihm auch für sie bremst. Wenn sie die Strasse betreten, überqueren sie die Strasse auf dem kürzesten und schnellsten Weg.
  • Viele Ägypter fahren bei Dämmerung aber auch bei Nacht ohne Licht! Gerade in den Städten oder auf Hauptstrassen, wo die Straßenbeleuchtung etwas Licht verbreitet. Passen sie daher bei Dämmerung oder Nacht besonders auf.
  • Viele Fahrer sehen Strassen ohne „Humps“ oder Schlaglöcher als Rennbahn an. Obwohl im Großraum Hurghada generell max. Speed 60 Km/h gilt, fahren manche Wahnsinnigen Taxler oder Minibusfahrer weit mehr als 100 Km/h! Abgelenkt durch ständiges telefonieren mit einem oder sogar zwei Handys! Beachten sie auch das beim Queren von Strassen.

 

Taxi:

Generell: Alle Taxis in Hurghada sind offiziell bei einer Art Taxizentrale gemeldet. Nur diese, amtliche Behörde, vergibt die Lizenzen. Es  gibt in Hurghada 2 derartige Zentralen, eine für die "Stadttaxis" und eine für die "Flughafentaxis". Die wenigen Flughafentaxis (erkennbar durch blaue Kotflügel auf weisser Karosserie) sind nur auf dem Flughafen stationiert und dürfen in der Stadt keine Fahrgäste aufnehmen. Die ca. 3.000 Stadttaxis (erkennbar an der Blau-orangen Lackierung) rotieren ständig. Standplätze, wie bei uns, gibt es hier nicht. Lediglich vor den Hotels oder vor den grösseren Einkaufszentren warten einige. Diese verlangen dann aber auch einen höheren Fahrpreis!

Kennzeichnung: Jedes Taxi ist mit einer Codenummer registriert. Diesen Code müssen alle gut sichtbar aussen auf der Karosserie, sowohl auf der Fahrer- als auch auf der Beifahrerseite (meist auf der hinteren Türe) tragen. Bei vielen Taxis steht er auch auf der Motorhaube bzw. am Kofferraumdeckel und ab und zu auch im Innenraum, auf dem Armaturenbrett. Anhand dieses Codes kann jedes Taxi identifiziert und ggf. auch bestraft werden. Wenn sie in ein Taxi steigen merken sie sich bitte unbedingt diesen Code, sollten sie später Probleme haben, ist dieser Code das wahrscheinlich einzige und wichtigste Merkmal um den Taxifahrer bei der Polizei ermitteln zu können. Auch während der Fahrt kann eine Drohung "I have your Code" schon zur Vermeidung von Problemen beitragen.

Fahrpreise: Lt. Gesetz sind Taxifahrer zum Gebrauch des Taxameters verpflichtet (mit wirklich dramatischen Strafen), in der Praxis wird der Taxameter aber fast nie eingeschaltet. Ein Grund dafür war der niedrige Preis, der von der Taxizentrale in Hurghada vorgeschrieben wurde. Während z.B. in Kairo 1,20 Pfund je Km verlangt werden durfte, waren es hier nur 0,60! Auch die Erhöhung der Benzinpreise wurde in Hurghada nicht angepasst. Mit dem Grundtarif von 3,50 Pfund, der für den ersten Kilometer fix war, waren "Kurzfahrten" sehr billig und für den Fahrer unrentabel. Da fuhr er lieber leer und hofft auf eine bessere "Fuhre" ein paar hundert Meter weiter. Dieser Umstand wurde zwar in der letzten Tarifanpassung geändert, aber die Unsitte, den Taxameter nicht einzuschalten, hat sich in vielen Gehirnen seitdem zu sehr eingebrannt!

 

Hier ein paar Tipps zum Taxifahren:

  • FIXIEREN sie den Fahrpreis VOR dem Einsteigen vom offenen Beifahrerfenster aus. Dazu machen sie dem Fahrer ein faires Angebot, entweder weil sie den Fahrpreis von vorhergehenden Fahrten schon kennen oder er ihren ungefähren Empfinden entspricht. Dazu eine kleine Hilfe zu den Preisverhandlungen:
    ein fairer Preis für einen Kilometer liegt bei rund zwei Pfund, d.h. wenn sie die Entfernungen in etwa einschätzen können, tun sie sich da viel leichter. Wenn nicht, sagen sie dem Fahrer, er soll den Taxameter anschalten und sie zahlen den Taxameterpreises.
  • Vom Süden (rund um das Alf la Weyla, Dana Beach, Coral Beach, Hilton long Beach usw.) bis zu den Hotels in der Nähe des Flughafens (z.B. Grand Hotel, Siva, Sindbad usw.) bzw. zum Hard Rock Cafe sind es ca. 10 Km, d.h. ein Fahrpreis von 20 Pfund ist o.k.
  • Vom Hard Rock Cafe nach Sakalla zur New Marina ist die Entfernung auch etwa 10 Km, auch hier ist ein Fahrpreis von 20 Pfund fair
  • Vom Hard Rock Cafe bis zur Altstadt (Downtown, Al Dahar) z.B. zum Markt fährt man etwa 15 km, d.h. ein Fahrpreis von 30 bis 40 Pfund ist hier fair
  • Nehmen sie nie "stehende Taxis". Diese Taxifahrer nehmen sie nur zu Touristenpreisen mit. Gehen sie ein paar Meter weg vom Hotel und stoppen sie ein Taxi. Sagen sie ihm durch das offene Fenster "ihren Fahrpreis", verhandeln sie dann noch kurz und wenn es passt steigen sie ein. Wenn er nicht dazu bereit ist lassen sie ihn fahren, es gibt über 3.000 Taxen in Hurghada, da kommt sicher einer, der sie um den Preis fährt.
  • Bei Fahrten mit dem Taxameter: der Fahrpreis am Taxameter ist IMMER in Piaster angeschrieben. Versichern sie sich das der Taxameter ordentlich eingestellt bzw. eingeschaltet wird. Er muss auf 500.0 stehen. Das sind Piaster und somit 5 Pfund! Warum ich das erwähne? Aufgrund der saftigen Strafen bei Fahrten ohne Taxameter lassen viele Taxifahrer den ganzen Tag den Taxameter laufen und stellen ihn nie zurück. So kann es schon vorkommen das sie beim Einsteigen schon 34.589.0 Piaster am Taxameter stehen haben! Mittlerweile gibt es wenige Taxen mit neuen, digitalen Taxametern, die schon in Pfund anzeigen!
  • Stecken sie sich den Fahrpreis in kleinen Scheinen in eine extra Tasche (z.B. Brust- oder Hosentasche) ein, damit sie die Brieftasche nicht hernehmen müssen. Manche Taxifahrer sind sehr schnell und trickreich bei "dem Griff in die Geldbörse" und dann sind sie schnell mal einige Scheine los ohne das sie es gleich bemerken.
  • Seien sie besonders vorsichtig, wenn der Fahrer den Schein "zufällig" fallen lässt. Dann behauptet er plötzlich, sie hätten ihm statt dem 50 Pfund Schein nur einen Zehn Pfund Schein gegeben. Den "Zehner" hat er unter dem Fahresitz liegen und zeigt ihnen diesen.
  • Ein "alter Trick" der Taxifahrer ist auch, dass sie damit spekulieren, dass Touristen das ägyptische Geld nicht kennen. So behauptet er plötzlich, sie hätten ihm einen Piasterschein statt einem Pfundschein gegeben.

Gerade von Touristen werden Summen verlangt, die für diese zwar (umgerechnet in Euro) wenig sind, aber nicht der Realität entsprechen. Machen sie dieses Spiel nicht mit, wenn der Taxifahrer mitbekommt, dass sie eine Ahnung von den hier üblichen Regeln haben, wird er sie "ernst nehmen", auch für weniger Fahrpreis mitnehmen und die "Tricksereien" sein lassen.

Sonstige Beförderungsmittel:

Fahr- oder Limousinenservices: Bei Touristen immer beliebter werden die deutschen Fahr- oder Limousinenservices. Diese Fahren zu fixen Kilometerpreisen (die zwar etwas höher sind als die Taxipreise) aber das lästige Feilschen bezüglich der Kosten entfällt. Einfach vorab ihre Fahrt reservieren und sie gelangen ohne Stress an jeden Ort den sie wünschen. Einen Fahrservice den ich aus eigener Erfahrung sehr empfehlen kann ist MyDriver.


Hoteltaxis bzw. Busse: Hier gilt ähnliches wie bei den Limousinenservices. Auch diese sind teurer aber es gibt keine Streiterein.


Minibusse: Wesentlich günstiger sind die Sammeltaxis. Dieses Minivans sind meist älteren Baujahres, unbequemer und werden fast nur von Einheimischen benutzt. Sie fahren meist feste Routen und es kann daher kein direktes Ziel angegeben werden, d.h. man muss sich schon etwas auskennen. Aber sie sind eine günstige Alternative – man zahlt ca. 10% der Taxipreise.

Es gibt leider keinen öffentlichen Busverkehr mehr nach Al Dahar. Aber zwischen der Senzo-Mall (einem Einkaufszentrum im Süden von Hurghada) und Dahar fährt ein Privatbus, der "Senzo-Mall-Bus".  um 4,75 LE für eine Fahrtrichtung.